Vereinsausflug nach Winterthur
Am Morgen des 22.10.2010 war es endlich soweit. Gut gelaunt und bei Sonnenschein sammelten wir uns um 10 Uhr bei den Kauns, bereit zur Abfahrt nach Winterthur. Dem Zielort unseres diesjährigen Vereinsausflugs.
Geplant war ein Lehrgang mit 4 verschiedenen Senseis im befreundeten Dojo, von Gerold und Cigdem (zwei ehemaligen Calwern) in der Schweiz
Vor dem Haus wartete ein extra angemieteter VW-Bus, ausgehängt mit Plakaten die unser Vereinslogo zierte.
Das Gepäck und die neun reisewilligen Karatekas wurden verstaut und ab ging die Post.
Zumindest bis zum ersten kleinen Hügel nach Deckenpfronn. Dort fiel Hans auf, dass eine der Warnleuchten im Bus leuchtete. Man nahm an, dass sich evtl. zuviel Ballast an Bord des Busses befand und es bergab wohl besser laufen würde. Dem war jedoch nicht so. Also stoppten wir an einer Bushaltestelle zwischen Deckenpfronn und Gärtringen und riefen die Notfallhotline der Busvermietung an. Nach einiger Wartezeit gab diese uns dann die Auskunft wir sollen ins Autohaus nach Gültlingen fahren, dort würde man sich um uns kümmern. Gesagt, getan. Mit letzter Kraft schleppte sich der Bus an den nächsten Zielort.
Im Autohaus stellte sich heraus, dass es sich um einen Marderschaden handelte, welcher schnell behoben werden konnte. Erleichtert atmeten wir auf, da unsere Reise nun doch wie geplant fortgeführt werden konnte. Zwar mit einer Verspätung von 1,5 h, was aber nicht weiter tragisch war, da wir die Abfahrtszeit recht großzügig kalkuliert haben.
Um 11.30 Uhr wurde nun also Versuch Nummer Zwei gestartet, an Zielort zu gelangen. Dieser ist dank Britney, das ist die Navigationsdame von Klaus, auch wunderbar geglückt. Der Vorschlag von Bine, noch einen Kasten Bier für die Schweizer zu besorgen, welcher nicht ganz uneigennützig war, da sie die Launen der Männer bei Biermangel kannte, wurde aus nicht geklärten Umständen, ignoriert.
Eine halbe Stunde vor Trainingsbeginn erreichten wir die Halle in Winterthur und nach der Begrüßung unserer Freunde und einem kleinen Snack ging es dann auch in die Umkleidekabine und alle hüpften frisch und motiviert in die Gi´s.
Das erste Training fand bei Enzo Chierici statt, welcher Ten-No-Kata´s mit uns machte. Das sind sogenannte Kumite-Katas. Nach dem Einüben der Grundtechniken, welche dem Kihon-Ippon-Kumite ähnelten, wurden diese dann im Partnertraining angewendet. Zum Schluss sind wir noch die komplette Kata, die eigens von Enzo entwickelt wurde, gelaufen. Ein interessantes Training, das trotz mancher Sprachbarrieren aufschlussreich war. Denn wie David meinte, hat Enzo glücklicherweise nicht nur erklärt, sondern auch vorgemacht .
Auf Enzo´s Training folge eine kleine Pause und dann die Einheit von Hans, was für alle Calwer wohl auch mal eine ganz spannende Angelegenheit gewesen ist, ihren Sensei auf einem Lehrgang zu erleben. Hans hat viel erklärt, über das Zusammenspiel von Lockerheit und Kraft/Kimme im Karate und wie wichtig die Grundschule sei. Dies wurde von den Schweizern interessiert aufgenommen und in immer wieder eingebauten Übungseinheiten auch gleich ausprobiert. Zum Schluss wurden noch Kumitepartner-Übungen gemacht, welche uns noch einmal ganz schön ins Schwitzen brachten. Während des Trainings lies Hans verlauten, dass man ab und zu auch auf seine Frau hören sollte, was auf eine etwas unpraktische Fußkombination bezogen war, die von Bine korrigiert wurde,
Schnell gingen die 2 Trainingseinheiten vorbei und als alle geduscht waren, machten wir einen kurzen Abstecher zum Goldenberg, dort konnten wir die Aussicht über Winterthur genießen. Naja, die einen mehr, die andern weniger. Die Anderen waren Hans und Andi, die ziemlich enttäuscht darüber waren, nicht wie erhofft ein kühles Manna nach dem Training zu bekommen, sondern sich erst dem kulturellen Teil widmen mussten. Dementsprechend schnell ging dieser dann auch vorüber und wir fuhren weiter ins Kadettenheim, wo wir unser Nachtquartiert bezogen und noch ein gemeinsames Essen mit den Schweizer Freunden stattfand.
Endlich kamen die nörgelnden, unleidsamen Männer an ihr Bier und ihre Laune besserte sich schlagartig. 
Als der Tisch gedeckt war, ließen wir uns ein leckeres Essen schmecken. Vorspeise Antipasti und allerlei Wurst und Käseplatten. Selbstgemachter Salat von Bine, Ariane und Cidem, dazu frische Lasagne, welche beim Italiener bestellt worden ist. Allen schmeckte es vorzüglich und wir waren begeistert wie viel Mühe sich unsere Gastgeber für unser Wohlbefinden gegeben haben.
In geselliger Runde, bei gutem Wein, welcher durch einen Espresso, Schweizer Schokolade und Keksen abgerundet wurde, saßen wir den Abend zusammen und redeten und lachten. Einzigster Wehmutstropfen war, dass keiner eine Gitarre dabei hatte. Dies wurde uns immer wieder schmerzlich bewusst. So etwas darf uns nicht mehr passieren.
Zeitig ging es ins Bett um am nächsten Tag fit zu sein, für die anstehenden Trainingseinheiten.
Ab 6 Uhr morgens sind wir nach und nach aufgestanden und um kurz nach 8 Uhr gab es dann Frühstück, gemeinsam mit Markus, Gerold und Cidem, welche auch das Brot dafür besorgt haben.
Dann ging es auch schon wieder ans Packen, Spülen und Putzen. Schließlich mussten wir um halb 10 wieder bereit zur ersten Trainingseinheit von Belinda Sigillo sein.
Diese kleine Powerfrau demonstrierte uns in ihrem Training, wie wichtig es ist, den Kopf im Karate freizumachen und einfach mal locker zu bleiben. Nach kurzer Einleitung und Übung von Grundkampfkombinationen, wie Kizami - Tzukis und Gyaku – Tzukis, versammelten wir uns im Kreis und machten Trockenübungen, wie sie auch ihre Schüler in der Vater-Kind Gruppe (Kinder ab 3 jahren!) machen. Diese umfassten Abwehr und Angriffsbewegungen in stark vereinfachter Form, daraus wurden dann unterschiedliche Kombinationen gemacht welche zu guter letzt im Partnertraining ausprobiert wurden. Dazu hat Belinda PET-Flaschen, welche in der Schweiz ja Pfandfrei sind
, mitgebracht. Jeder erhielt 2 Flachen und damit wurde dann gekämpft. Auch mal eine ganz neue Art der Übung, die allen wohl viel Spaß gemacht hat. Zum Abschluss lies sie uns noch Heian und Sentei Kata´s laufen. Dann mussten wir zum Ende kommen, da das zeitliche Limit schon um eine halbe Stunde überzogen war.
Vor der letzten Einheit, die bei Ruedi Neininger stattfand, mussten noch schnell Fotos gemacht werden und Geschenkkörbe wurden überreicht.
Leider blieb dann für Ruedis Training nur noch ein Stunde übrig, die es aber in sich hatte.
Zuerst liefen wir die Heian Shodan, allerdings rückwärts. Jeder der dachte er kenne diese Kata, wurde wohl eines besseren belehrt, da sie so umgekehrt ausgeführt eine völlig neue Herausforderung darstellte. So werden Katas niemals langweilig.
Und wieder einmal zeigte es sich, wie wichtig das Grundschultraining und das damit einhergehende Krafttraining ist, anhand verschiedener Übungen die wir im Kibadachi gemacht haben. Zuerst im Stand, dann in der Bewegung und schließlich mit Partner. Das ging ganz schön in die Oberschenkel.
Von Ruedi wurden wir vor die Wahl gestellt ob wir zum Abschluss noch eine Kraftübung oder lieber etwas Meditatives machen wollen. Die Entscheidung fiel nicht schwer und prompt fanden wir uns wahlweise in sitzender oder liegender Haltung am Boden ein und schlossen die Augen. Wir lauschten der angenehmen Stimme von Ruedi und kamen nach diesen anstrengenden Tagen so richtig zu Ruhe. Fühlten uns geerdet, konnten in unser Zentrum fühlen und unsere Mitte spüren. Ein rundum gelungener Abschluss des Trainingstages, aus meiner Sicht.
Nachdem wir geduscht hatten und noch einen Snack in der Halle aßen, verabschiedeten wir uns von unsren Schweizer Freunden und bedankten uns noch einmal für die große Gastfreundschaft und die viele Mühe, die sie sich gemacht haben. Nächstes Jahr werden sie uns wohl hoffentlich besuchen kommen, dass wir uns erkenntlich zeigen können J
Die Rückreise gestaltete sich recht ruhig, Britany lotste uns auf direktem Weg gen Deutschland. Dort angekommen kam die Frage auf, was für ein Berg denn dies sei, den man da in der Ferne sieht. Bine meinte das ist der Hohentwiel, woraufhin Hans sich sicher war, dass es dieser nicht ist. Naja, ca 2 km weiter passierten wir ein Schild auf dem Stand: HOHENTWIEL. Dumm gelaufen Hans 
Was lernen wir daraus?
Genau….hör öfter auf deine Frau J J J
Auch wenn in WIR-Form geschrieben wurde, entsprechen die Sichtweisen nur den meinigen, fand es aber schöner den Bericht so zu schreiben … 
War ein toller Ausflug, mit vielen neuen, netten Begegnungen, Erfahrungen und Eindrücken.
Oss
Katharina