JKA-Karate Dojo Calw e.V. -Verein für traditionelles Shotokan Karate-
  Trainerlehrgang von Ariane
 

Trainerlehrgang 2010

Jetzt habt Ihr mir alle so nett gratuliert, mich unterstützt und mitgefiebert. Daher will ich Euch mal einen Einblick in meine Wochenendausflüge nach Saarbrücken geben. Insgesamt 5x bin ich dahin geirrt. Die Fahrten waren jedes mal wieder spannend… Doch nun zur Sache:

Das 1. Wochenende empfand ich zunächst noch als ungewöhnlich anstrengend. Zum einen wieder die Schulbank zu drücken und zum Anderen eben wieder das Einstellen auf eine neue Situation. Die sehr erfahrenen Lehrer Bernd Hinschberger, bis vor kurzem noch Präsident des DJKB, Rolf Hecking, Prüfungsvorsitzender des DJKB und Toribio Osterkamp, DJKB-Instructor, wollten sich zunächst ein Bild über unser Koordinationsvermögen machen. So durften wir in Gruppen unsere Kihon und Katakünste vorführen, was bei dem Einen oder Anderen bestimmt kurzzeitig zu Herzrasen führte. Es gab, wie immer im Karate, einen sehr bunten Haufen mit unterschiedlichem Alter und Talent oder besser gesagt Gewandtheitsgrad. Doch darauf kam es letztendlich nicht an ,sondern eben darauf mitzumachen, durchzuhalten, die eigenen Schwächen zunächst anzu- erkennen und an ihnen zu arbeiten. Jeder der das erkannt hatte war beim nächsten Kurs auch wieder dabei. Die theoretischen und praktischen Einheiten hielten sich zeitlich in etwa die Waage, wobei so manchem die Theorie im Klassenzimmer gefühlt doppelt so lange vor kam und fast genauso anstrengte wie die schweißtreibenden Übungseinheiten bei Toribio. Um das Ganze nicht noch mehr in die Länge zu ziehen hielten wir uns mit unnötigen Fragen zurück, wodurch wir am Ende von Rolf als sehr passiver Kurs beschrieben wurden. –„Also fragt, Leute!“, auch wenn am Anfang eher davon abgeraten wird.

Ich fand die Informationen über rechtliche Dinge, wie auch über den theoretischen Aufbau und Inhalt eines Trainings, sowie die Auswirkungen auf den Organismus etc. sehr interessant und es gab für mich ganz neue Aspekte, die ich bis dahin nicht bewusst wahrgenommen habe. Mit das Wichtigste war für mich der „andere“ Blickwinkel und die Genauigkeit mit der man vorgehen muss. Welche Vielfalt in einer Technik steckt und auf wie viele Fehlerquellen man bei der Ausführung zu achten hat das haben wir u.a. mit dem „Karatedoc.“ Peter Schuler vom physiologischem Standpunkt aus in Gruppen erarbeitet. Gruppenarbeit war ohnehin ein wichtiger Teil des Lehrgangs: In der Theorie, wie auch in der Praxis. Einer von uns „lehrte“z.B. eine vorgegebene Technik, die Anderen führten diese aus und hinterher wurde konstruktive Kritik geübt. Je länger man sich kannte, um so entspannter wurden alle und man konnte mit der Kritik auch besser umgehen.

Disziplin stand ganz oben, was ja auch selbstverständlich sein sollte. Vor allem im 1.Teil wurde diese penibelst eingefordert. Aufmerksamkeit und der kritische Umgang mit sich selbst war gefragt, schließlich soll dies weitergeben werden. Mein Anliegen an alle die sich für den Lehrgang interessieren. Man sollte sich nicht von manchen Äußerlichkeiten abschrecken lassen. Ich bin als „Trainer-Anfänger“ dort hin, weil ich wissen wollte ob ich so etwas überhaupt kann, ob es mir vielleicht sogar Spaß macht. Viele dort waren jünger als ich und gaben bereits Training, einige waren höhere Danträger und hatten bereits Erfahrung mit Lehrgangsausrichtung u.s.w. Die unterschiedlichen Voraussetzungen spielen keine Rolle! Diese Veranstaltung ist freiwillig und vom Verband bestimmt auch gern gesehen und so habe ich es für mich als Weiterbildung genutzt. Ohne Leistungsdruck, aber mit dem Einsatz meiner Fähigkeiten. Am Ende weiß auf alle Fälle jeder wo er steht. Genau das hat mir gefallen, diese direkte Ehrlichkeit, ohne sein Gesicht zu verlieren. Ich stand genau da, wo ich mich hinplatziert habe und ich weiß jetzt worauf es ankommt und dass es mir Spaß macht!

Vielen Dank an alle großen und kleinen Helferlein.                                   Oss, Ariane