Shobu-Ippon-Cup, Darmstadt, 2010
Sonntagmorgen um 8 Uhr war es so weit. Die gemeinsame Fahrt zum Shobo-Ippon-Cup stand an.
Dies führte zu dem unumgänglichen Umstand an diesem Sonntag zu einer sehr unsonntäglichen Zeit aufstehen zu müssen. Ich selbst stellte meinen Wecker sogar noch eine Ecke früher, da ich mich mental noch auf den Wettkampf vorbereiten wollte, indem ich mir den in der Nacht stattgefundenen Kampf meines Idols Mirko CroCop Filipovic ansehe. Da kann man sich ja bestimmt noch was abgucken. Doch es kam anders als erhofft. Nach zweieinhalb souveränen Runden rannte Filipovic dann aber in der dritten Runde förmlich in das Knie von Frank Mir und verlor durch KO.
Entsetzt und niedergeschlagen machte ich mich auf den Weg zum Treffpunkt bei Hans, und schwor Filipovic in Darmstadt zu rächen (bzw. es ihm zumindest nicht gleich zu tun). Nebst meiner Wenigkeit waren um 8 Uhr auch noch Robin, Kata, Kerstin, Constantin, Hendrik, Steven und Timo abfahrbereit. Hans und Andy standen als Coaches bereit. Biene war zwar auch schon wach, wollte aber aufgrund der Strapazen des Herrmann-Hesse-Cups am Tag zuvor lieber zu Hause bleiben und Party machen.
Doch Moment, das Kata-Team sah eher aus wie ein Duett, das kann nicht richtig sein…
Da klingelte auch schon das Telefon und Fabi erklärte, dass das mit dem früh aufstehen nicht so ganz geklappt hat, er aber jeden Moment da ist.
Kurz darauf ging’s dann samt Fabi los Richtung Darmstadt.
Anders als im Vorjahr war die große Kinderschar leider nicht dabei. Aber das wär auch etwas viel gewesen, da sie doch am Tag zuvor in Calw antraten. Somit war Timo gegen Mittag als erster an der Reihe. Also bleib vor Ort noch die Zeit gemütlich einen Kaffee zu trinken.
Timo schlug sich wacker, doch musste er bereits gegen den ersten Gegner ausscheiden.
Und während dann Fabi Steven und Hendrik antraten wurde es unter den Grüngurten schon recht unruhig, waren wir doch allesamt Wettkampferstlinge.
Hendrik schied recht bald aus, doch Steven und Fabi kämpften sich weiter nach vorne. Während Fabi sich den dritten Platz sicherte und Steven das Finale durch Ippon gewann ging es auf den beiden anderen Kampfflächen um die bei uns Grüngurten um die Wurst.
Kerstin und Kata zeigten es ihren Gegnerinnen gehörig, schieden aber beide beim ersten Kampf aus.
Ich selbst konnte mir ohne Sieg den dritten Platz von vieren sichern.
Kata schilderte ihren ersten Wettkampf: „Ich fand es war ne tolle Erfahrung, hat Spaß gemacht, Erwartungen wurden nicht erfüllt, da ja ausgeschieden nach der ersten Runde. Freu mich auf den nächsten Wettkampf, die Atmosphäre war toll dort.“
Kerstin sagte dazu: „Also ich fand es war eine interessante Erfahrung. Das Gefühl, war wie verglichen bei einer Achterbahnfahrt. Am Anfang bin ich immer nervös, wenn ich in der Warteschlange stehe und auf meine Fahrt nachdenke: "Oje was erwartet mich jetzt." Und dann, der Moment in der Bahn drin zu sitzen und zu wissen, jetzt ist es vorbei. Kein Entkommen mehr. So ähnlich war es da auch, ich hab die Notausgänge immer wieder im Blickwinkel gehabt und gewusst, wenn ich am Start stehe, sind die Türen zu!“
Ich selbst brannte innerlich regelrecht unmittelbar vor dem Kampf. Voll Adrenalin war ich fest entschlossen meinen Gegner zu zerschmettern und die Niederlage Filipovics zu tilgen.
Auch wenn ich einen Kampf auf Leben und Tod womöglich gewonnen hätte, war dies nicht die Intension dieser Veranstaltung. So musste ich nach gewonnener Kata mich im Kumite geschlagen geben. Doch auch ich war um die neu gewonnene Erfahrung froh und genoss nach langer Verletzungspause wieder das vertiefen von sowohl Kata als auch Kumite sehr.
Constantin, der sich bereits im letzten Jahr, trotz Wettkampfdebuts, den ersten Platz sichern konnte, zeigte sich dieses Mal wohl etwas zurückhaltender und fuhr den vierten Platz nach Hause. Von seiner allerbesten Seite dagegen Zeigte sich erneut unser Kata-Team.
Die Vereinigung von Steven, Hendrik und Fabi schien diesmal erneut eine gewaltige Aura der Unantastbarkeit zu umgeben, so dass sich kein weiteres Team getraut hatte gegen sie Anzutreten. Souverän sicherten sie sich den ersten Platz.
Den für unser Dojo wiedermal überaus erfolgreichen Wettkampftag ließ man dann gemeinsam bei einem Festschmaus im Renninger Ochsen ausklingen.
Oss. David
