JKA-Karate Dojo Calw e.V. -Verein für traditionelles Shotokan Karate-
  Dan-Vorbereitung...Bericht von Ariane
 

Danvorbereitung

 

Das Danvorbereitungsjahr war lang und schweißtreibend. „Jetzt gilt`s“ war der Spruch des Jahres: Nach der letzten Braungurtprüfung, nach dem Gasshuku2009, beim gemeinsamen Anstoßen aufs Neue Jahr, 4 Monate vor der Prüfung und der nun anstehenden „heißen Phase“ der Danvorbereitung, nach dem Kata-Spezial 2010, vor der Fahrt zum diesjährigen Gasshuku und letztendlich beim Warten im Gang vor der Prüfung: „Jetzt galt`s“!

Zu Beginn waren wir 7, die sich auf den Weg gemacht hatten. Zwei von uns visierten einen höheren Dangrad an, nämlich unser Sensei Hans den 5.und Sabine den 3.Dan. Für Robin, Marcus, Eugen, Jochen und meine Wenigkeit sollte es der 1.Dan sein. Allerdings haben am Ende nur 5 von uns die Prüfung absolviert und bestanden.   Jochen kehrte sehr bald der Dojogemeinschaft den Rücken…

Marcus trainierte sehr fleißig und viel. Bei unserer sonntäglichen Danvorbereitung im Wald, inklusive Joggen (wo geht`s lang?), war er sogar in der Lage die Kata „Tekki“ auf einem Baumstamm zu laufen. Man muss dazu sagen, dass er im Alter von 4 Jahren einen Gehirntumor hatte, der jedoch durch eine Behandlung überwunden schien, doch sein Gleichgewichtsinn war gestört. Er war sehr lernbegeistert, gab immer sein Bestes und übte „seine“ Katas intensiv. Er hatte keine Berührungsängste, sprach mit Shihan Ochi genauso, wie mit unserem damaligen BW Ministerpräsidenten Oettinger, nachdem dieser ihn für seine Erfolge bei einem Karatewettkampf beglückwünschte. Im September waren wir noch gemeinsam beim Kumitelehrgang mit Britt Weigand und Detlef Krüger. Davon gibt es sogar Fotos in der JKA Karatezeitung auf denen Marcus zu sehen ist. Dann ging alles ganz schnell. Der Gehirntumor war wieder da und innerhalb eines halben Jahres verlor Marcus den Kampf gegen den, wie sich herausstellte, nun unbesiegbaren Feind.

Am Abend des 4. März 2010 starb Marcus im Alter von 24 Jahren. Er hat auch mich ein Stück auf dem Weg begleitet. Seine Begeisterung fürs Karate, sein Willen und seine Natürlichkeit haben mich beeindruckt und hinterlässt Spuren ... dafür zolle ich ihm heute meinen Respekt!

Rückblickend war dieses Jahr der Vorbereitung für mich wirklich ein Besonderes. Ich habe viel Zeit investiert. Habe Prioritäten gesetzt. Es hat sich eine Richtung abgezeichnet, die mit der Prüfung nicht vorbei ist, sondern neue Ziele hervorbringt. Das Weiterkommen im Shiatsu musste etwas zurück stehen, dennoch konnte ich ganz entspannt weiter praktizieren. Ich habe etwas Neues begonnen. Etwas, das  vor einem Jahr noch gar nicht in meinem Blickfeld war, da ich mir dies bis dato auch gar nicht vorstellen konnte vor eine Gruppe zu treten um mein Wissen an andere weiterzugeben. Hans, fing damit an den Dananwärtern Kumite, Kihon und Aufwärmeinheiten zu übertragen. Da kam der Nachwuchstrainerlehrgang gerade recht, um nun eben ausprobieren zu können, ob ich so etwas überhaupt kann. Dieser Schritt hat mich zunächst dazu gebracht die einzelnen Techniken, die ich sonst eben(nur)ausübe näher zu betrachten und aufzuschlüsseln, um sie dann in Worte fassen zu können. Das wiederum hat mir für die Danprüfung sehr geholfen. Es wird sich herausstellen, ob ich diesen Nutzen wieder an die Dojogemeinschaft  und somit auch an Hans zurück geben kann. Ich bin auf alle Fälle zuversichtlich, was Hans Intuition betrifft.

Nun erst einmal zurück zur speziellen Danvorbereitung: Damit Hans uns genauer unter die Lupe nehmen konnte, mussten wir das ganze Jahr über in der 1. Reihe stehen, was am Anfang auch sehr gewöhnungsbedürftig war. Es gab nun kein Versteckspiel mehr. Hans sah Alles! Bei der  sonntäglichen Danvorbereitung im Wald mit vorheriger „Joggingeinlage“ -„ächz!!“ wurde von ihm auch theoretisches Grundwissen abgefragt. Ob man die vorausgesetzten Katas beherrschte oder nicht, stellte sich spätestens dann heraus, als man sie selbst zählen durfte. Doch durch sein Dringen auf Genauigkeit und körperliche Anstrengung, wie auch durch sein Glauben an mich und meine „Weggefährten“ hat Hans so viel  Energie aktiviert, dass es gar kein Scheitern geben konnte. Das Zweifeln am eigenen Können ist sowieso vorhanden und lässt einen nicht abheben. Ich habe gemerkt, dass ich Hans einfach vertrauen kann!… und so geschieht dann das Unglaubliche: „Schwarzgurt forever!“

Ein großes Geschenk, für das ich mich natürlich bei meinem Sensei bedanke! Aber auch bei allen, die 1 Jahr lang mit mir in der 1. Reihe übten und an die, die sich dahinter platzieren mussten, die uns auch sonst unterstützt haben, sei`s durch einen sauberen Gi, wie auch durch aufmunternde, ermutigende Worte und an Andy, der mich die ganze Zeit über mit-,ge- und ertragen hat und der mich im Übrigen erst zu so etwas wundervollem gebracht hat: dem Karate Do!

 

So, weiter geht`s….. Oss Ariane

 

 Ariane und..........