Bericht von Monika Sowinski, 8. Kyu
Samstagmorgen, 04.45 Uhr. Was war nur in mich gefahren, dass ich in Erwägung zog mein warmes Bett zu verlassen, mich ins kalte Auto zu setzen und in aller Frühe ins Dojo zu fahren? Mich lockte die Herausforderung 12 Stunden Training.
Gleich nach unserer Ankunft ging es los. Bereits beim Aufwärmen musste ich feststellen, dass jede Faser meines Körpers das hier für eine schlechte Idee hielt. Aber wie sagte einst ein weiser Sensei: Wir sind der Trainer unseres Körpers und nicht umgekehrt. Also Zähne zusammenbeißen. Es dauerte ohnehin nicht lang, bis jegliche Müdigkeit verschwunden war.
Vor dem Frühstück waren 2 Trainingseinheiten angesetzt. In der Pause dazwischen musste trotzdem niemand Hungern, dank Müsliriegeln und Obst. Nur der Kaffe, der jetzt schon mal durchlief, schrie sehr laut. Die folgende Kumite-Einheit verging zum Glück wie im Flug. Besagter Kaffee, Butterbrezeln und nette Gespräche ließen auch die ersten Blessuren vergessen.
Es folgten meine persönlichen Highlights: Bo-Training und die Shaolin-Kata der Schlange. (Hinweis: Bitte unbedingt fortsetzten!)
Nach dem Mittagessen gab es in der Gruppe die ersten Durchhänger. Manche suchten sich ein Plätzchen für eine Siesta. So lagen die müden Krieger bald auf dem Fußboden, der Sitzbank, oder dösten gegen Schränke und Stützpfeiler gelehnt. Nur die Jugend war scheinbar vom bisherigen Training unbeeindruckt.
Mit Selbstverteidigung starteten wir schließlich ins letzte Drittel des Tages. Anschließend praktizierten wir etwas Yoga für die Gesundheit.
Dann, die Stunde vor der wir Neulinge alle gewarnt wurden: 1 Stunde lang Meditation. 1 Stunde lang aufrecht und ruhig auf dem Boden sitzen. Man glaubt gar nicht, was einem trotz Matte und Decke dabei alles wehtun kann. Und wie viel Zeit während man 1 Stunde hat, um darüber nachzudenken…irgendwann wurden Rücken und Knie dann aber erlöst.
Die letzte Trainingseinheit war ein Zirkeltraining. Allmählich nagten die Anstrengungen des Tages an der Kraft und Konzentration. Die letzte Runde wurde zur Willensfrage. Dann endlich: 18 Uhr. Wir hatten es geschafft. 12 Stunden Training beendet.
Was ich von diesem Tag mitnahm war ein unschöner Muskelkater, aber auch jede Menge Stolz.
Vielen Dank an alle, die den schönen und abwechslungsreichen Tag organisiert haben!
